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Der Genozid
   
 

Nach den Massakern beim Genozid 1994 flüchteten rund 2 Millionen Menschen. Als die Flüchtlinge zurückkehrten, waren ihre Häuser geplündert und zerstört. Sie bezogen die Häuser ihrer Landsleute, die in die Nachbarländer geflohen waren. Im Zuge der Massenrückkehr in ihre Heimat verpflichtete sich die Regierung, dass tausende Familien die von ihnen belegten Häuser räumen mussten. Dazu gehörten vor allem Witwen und Witwer, die geschlagen oder durch Granaten verstümmelt wurden.
Ruanda leidet an diesem Genozid nach wie vor sehr stark. Den Familien fehlen die nötigen Ressourcen für Ernährung, Gesundheitsvor-sorge, Hygiene, Kleidung und Schulbildung der Kinder.


Der Völkermord im Jahre 1994 kostete innerhalb 90 Tagen rund einer Million Menschen das Leben.

Wir erinnern uns an die Bilder aus den überfüllten, von Cholera verseuchten Flüchtlingslagern im Grenzgebiet – Stichwort Goma – und den endlosen Kolonnen rückkehrender Menschen in den Jahren 1996/97.
Noch immer sind an die 80.000 Menschen in den Gefängnissen, rund 30 % aller Haushalte stehen Frauen vor, zumeist Witwen. 60 % der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Ganz besonders betroffen sind die Kinder, gemäss einer UNICEF-Studie haben 99.9 % während des Genozids Gewalt erlebt, rund 70 % waren Zeugen von Morden. Nur ein kleiner Teil aller Waisen konnte in Pflegefamilien und Kinderdörfern untergebracht werden; viele leben nach wie vor ohne Betreuung durch Erwachsene mit ihren Geschwistern zusammen.

Wie die meisten Länder in Zentralafrika ist auch Ruanda stark von Aids betroffen, ungefähr 13 % der Bevölkerung im Alter von 15 – 49 Jahren ist mit dem HI-Virus infiziert.

 

 

 

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Inschrift im Genozid-Memorial, Kigali, in der Sprache der Einheimischen; Kinyarwanda:

“Wir dürfen niemals vergessen, damit es nie wieder geschieht.”



Sehr selten sieht man in Ruanda ältere Menschen:
25 % der gesamten Bevölkerung ist beim Genozid umgekommen!